„In meinem Alter muss ich das nicht mehr lernen.“ Diesen Satz hört man öfter, als man denkt, und er bleibt jedes Mal gleich irritierend. Denn was, wenn genau das Gegenteil stimmt und die Bereitschaft zu lernen keine Frage des Alters ist, sondern eine Lebenseinstellung?
Ein Pitch-Training des ThEx Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum hat das kürzlich wieder gezeigt. Ein ganzer Tag stand im Zeichen des eigenen Präsentationsstils: Feedback geben, Feedback annehmen, den eigenen Auftritt aus neuen Blickwinkeln betrachten. Dabei waren nicht nur Neueinsteiger, sondern auch Menschen, die längst Bühnenerfahrung mitbringen, die moderiert, Workshops geleitet und vor ganzen Belegschaften gesprochen haben. Und trotzdem: Es gab etwas zu üben, zu probieren, zu entdecken.
Genau darin liegt der Reiz solcher Formate. Wer glaubt, alles schon zu können, hört auf, Neues zuzulassen. Wer dagegen offen bleibt für andere Techniken, für ungewohntes Feedback und für den eigenen blinden Fleck, bleibt in Bewegung. Raus aus der Komfortzone, rein in die Kompetenzerweiterung, das klingt nach einer Floskel, ist aber im Kern eine sehr konkrete Entscheidung: sich dem Unbekannten zu stellen, anstatt im Gewohnten zu bleiben.
Nach dem Training kam für eine der Teilnehmerinnen direkt die nächste Herausforderung: eine Nominierung für den ThEx Award 2025 in der Kategorie Unternehmensnachfolge. Auch das lässt sich als weitere Lerngelegenheit begreifen, nicht als Ziel, sondern als nächster Schritt auf einem Weg, der ohnehin nie ganz abgeschlossen ist. Denn lebenslanges Lernen zeigt sich selten in großen Ankündigungen, sondern in vielen kleinen Entscheidungen: ein Training mehr, ein Feedback mehr, ein Moment mehr, in dem man sich verletzlich macht, um besser zu werden.